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die.drei. PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von lXg.   
Monday, 10. March 2008
Den finanziellen Schock der Anschaffung der Nikon D2X Anfang 2005 noch nicht wirklich verdaut kommen die Nikonesen überraschend mit einer neuen digitalen Spiegelreflexkamera mit grösserem Sensor daher. Danke.

Ich war mir so sicher.
Meine D2X ist so ein wunderbares Gerät, hervorragend in Schuss trotz aufregender Erlebnisse in der Welt, von der Auflösung her absolut genug für mich Knipser, ich war überzeugt davon dass mich nix vom Hocker hauen kann und selbst eine mögliche "D3X" mit 24MP und tollereren Features in mir keinen Habenwollen-Zwang erzeugen könne. Mein Plan ging davon aus dass die Cam noch locker 2 Jahre läuft, vielleicht auch mehr.
Und dann das.
Bringen diese schlechten Menschen eine Kamera die neben vielen süssen Kleinigkeiten im Wesentlichen gerade mal zwei Dinge bemerkenswert anders macht als meine gute alte Traumkamera. Und das sind dann auch noch genau die Dinge die mir die Augen verdrehten.

Da predigen sie jahrelang das DX-Mantra, so eindringlich und repetetiv dass man auch schon brav mitbetet und sogar schon 2 Optiken nur für diese Sensorgrösse gekauft hat - nur um dann doch einzuknicken und zuzugeben dass alles nur Spass war und es in Wahrheit daran lag dass die Fertigung so grosser Sensoren einfach zu schwierig war. Na super. ALLES, wirklich alles, das die Kleinbildknipser dieser Welt von Anfang wollten und nie wirklich verstanden warum ihnen das vorenthalten wurde war dass sie ihre guten alten Objektive, die sie z.T. über Jahrzehnte ansammelten einfach genau so weiternutzen konnten wie die letzten 20 Jahre eben auch.

FX

So - jetzt hat man nach gut 8 Jahren digitaler Massenknipserei langsam die Kröte geschluckt dass von den teuer auf ihre ganze Fläche gerechneten Optiken eben nur noch ein kleinerer Teil in der Mitte benutzt wird - viele verfluchen es immer noch (jeder der gerne WEIT knipst), manch einer freut sich darüber (jeder, der gerne Tüten >300mm benutzt) aber im Prinzip war alles so schön durcheinander und man hatte sich daran gewöhnt.

Die Canons treiben ihre Userschar mit Faktoren von 1.6x, 1.3x und Vollformat schon lange Zeit in den Wahnsinn, die FourThirds Leute sind und bleiben wenigstens konsequent bei 2x und die Nikon haben 1.5x zum eigenen Gesetz gemacht. 

Als ich hörte dass Nikon es gegen alle Vernunft und Vorhersage doch getan hat war ich schon fast verloren. Ich habe mir schnell die "ich bin doch Naturfotograf, wozu brauche ich Vollformat"-Platte aufgelegt und das hat kurzzeitig auch geholfen.

Dann musste ich mir aus beruflichen Gründen eine mieten.

Und das wars dann leider.

Verd***t.

Ich hätte mir so gerne langsam mal ein richtig gutes, modernes Autofokus-Supertele geleistet, die Sportlichkeit mit meiner manuellen 400er und noch lustiger, der manuellen 600er loszuziehen sorgt halt doch für einen gewaltigen Ausschuss. Nun - dann die vielleicht gar nicht mal so kluge Situation zwei tolle Kameras aber immer noch keine tolle Optik zu haben.

D3

Die D3 macht alles ein bisschen besser als die D2x(s), manchmal besonders spürbar wie bei der allseits schon bejubelten Empfindlichkeit - mit der D2X war einfach für mich bei ISO400 für ernstgemeinte Bilder Schluss und auch das rauschte sichtbar aber wenigstens schön. Mit der D3 muss ich mich immer wieder zwingen überhaupt unter ISO500 zu kommen, der Wohlfühlbereich liegt zwischen ISO640 und ISO1600. Grossartig - und gestalterisch neben der Sensorfläche ein ganz anderer "Schnack".

Wo wir bei Schnack sind, mit dessen Bruder, dem Schnick gibt es schon noch einige andere Leckerlis an der D3, die man so im Laufe der Benutzung zu schätzen lernt.

Das momentan so im Trend liegende Live-Bild gibt es in zwei Varianten, für Handheld- und für Stativshots. Diese Funktion war Nikon so wertvoll dass sie ihr einen Platz auf dem Wahlring der Aufnahmemodi links gaben. Lustiges Feature, erzeugt viel Ah und Oh, einen richtig herausragenden Einsatzzweck muss ich erst noch finden, mich stört die Verzögerung duch die nötige Spiegelbewegung mehr noch ganz schön. Trotzdem lustig!

Das Display! Hurra! Gross und gut und endlich liefert Nikon eine Kamera auch ohne hässliches Plastikschützerli für das Display aus - ging eh immer nach wenigen Wochen verlustig.

Neigungssensor - wie bei meinem Macbook Pro - sehr lustig zum Vorführen (uuuh, ahhh!), eher ein bisschen zu grob um genau damit zu arbeiten, im Minimalfalle aber nützlich.

Zwei Slots für Speicherkarten - grossartige Idee, wenn auch nicht neu. Meine gute alte Kodak DCS620 hat das auch. Aber grundsätzlich ist es schön, wenn man schon so einen Ziegel von Kamera hat auch mehr Platz für Memory zu haben.

Die Gummikappen für die Fernauslöser- und Blitzsync-Buchsen sind nun fest (!) mit der Gummierung verbunden - sehr praktisch, trägt man so die Dinger nicht mehr ewig in Jacken und Hosen rum bis sie weg sind.

HDMI-Ausgang. Klasse. Egal ob in Verbindung mit dem Live-View oder nur als Review - 1080i aufs Plasma mit allen Anzeigeoptionen wie Zoom und Position etc. - sehr fein.

Zweite belegbare Taste vorne neben der Func-Taste - sehr praktisch.

Negatives habe ich nicht viel, einmal finde ich dass die Qualität der Tragebänder von Nikon immer weiter nachlässt (das Band der D3 ist so dünn wie nie, fummelig) und zum anderen würde ich gerne wissen warum der Wählschalter für die Messmodi oben am Suchergehäuse im Winkel verdreht und in der Position so weit nach hinten versetzt wurde dass man Mühe hat mit einer Hand den Modus zu wechseln...

D3Das L-Bracket ist nicht mit dabei, das ist von ReallyRightStuff und dient dazu auch die D3 auf meinen Kugelkopf zu setzen.

Eine weitere Freundlichkeit von Nikon über deren Fehlen ich mich noch beim Kauf der D2X gegrämt habe ist die Tatsache dass CaptureNX nun der Kiste mit beiliegt - danke Nikon, ich finde zwar dass man das auch erwarten kann wenn man 5k für einen Kamerabody hinlegt aber Software haben ist besser als nicht, deshalb danke.

So - abgesehen von blingbling hier und featuritis da, am Herz der ganzen Angelegenheit gehts um die Bilder die am Ende rauskommen und da gab und gibt es für mich einiges zu lernen.

Ich fange mal mit einfach an und arbeite mich dann Schritt für Schritt vor.
Wenn ich das gleiche Motiv mit der D3 und der D2X mit auch noch gleicher Optik knipse ... gewinnt die D3 den subjektiven Bildeindruck haushoch. Warum? Möglicherweise ist der fokussierbare Bereich bei der Photosite -Packungsdichte einer D2X schon so schmal dass die perfekte Scharfstellung sehr selten gelingt... Andererseits kann ich mir nicht vorstellen dass im Herbst 2008 KEINE D3X mit 24MP vorgestellt wird, also sollte das alleine nicht so schlimm sein. Die Grösse der Photosites spielt da eine tragendere Rolle, bei der D2X hiess es bereits dass über f11 die Lichtbeugung in den Optiken so stark ist dass die Bilder ab da wieder unschärfer werden.
Wenn das also ein systeminhärentes Problem ist dann lässt sich das nur sehr, sehr schlecht lösen. Mir als Hobby- und semi-Knipser sind doch 12MP schon mehr als genug, eine weitere Steigerung der Datenflut würde wohl mehr Negatives als Positives nach sich ziehen. Ich könnte Ausschnitte noch grösser ziehen, na gut, allerdings ist der zu bezahlende Preis wohl die Empfindlichkeit. Lieber höhere Empfindlichkeit und dafür näher ran ans Motiv ist da meine Meinung. 

Ich werde noch Beispielbilder hier unterbringen die ein bisschen besser zeigen was ich meine.

FullFrame
Das ist der beliebte Framingvergleich, gleiche Optik (300mm), innen DX, aussen FX.

100%
Der 100%-Ausschnitt zeigt keine wirklichen Überraschungen, beide Kameras hatten ähnliche Schärfsettings, sieht für mich aber ziemlich gleich aus. Abgesehen davon dass der 100%-Modus eher akademischen Wert hat.

100%2

Hier sieht man schon ein bisschen mehr, beide Bilder sind mit ISO400 aufgenommen und da sieht man schon einen deutlichen Unterschied. Das kamerainterne Post-Schärfen habe ich abgeschaltet. Nicht dass das erhöhte Rauschen der D2x (rechts übrigens ;-) ) schlecht wäre, ich will ja hier auch nicht den Measurebator geben, aber es ist bemerkenswert wie rauschfrei die Drei ist. 

Ein grosser Bereich über den ich GAR NIX schreiben kann ist das Thema Autofokus. Mir ist bewusst dass die Nikonasen sehr, sehr viel Mühe in die Weiterentwicklung der schon besten Autofokus-Kleinbildkamera der Welt gesteckt haben und die D3 das noch viiiiiel tollererer können kann als alle anderen... Da gibt es das klitzekleine Problem dass ich nahezu ausschlieslich manuelle Optiken habe und diese auch sehr schätze, also was soll ich tun? Ich habe leider nicht das Geld mir die langen Tüten in AF-S II rauszulassen, ansonsten finde ich Fotografie soweit auch manuell sehr, sehr in Ordnung.

Langsam fällt mir nix mehr ein, der Akku ist natürlich auch noch leistungsfähiger als alle anderen davor, ich komme wohl locker 1300 Bilder weit, oder noch mehr.

Am Ende bleibt die grosse Frage und der kleine Konflikt ob ich meine geliebte D2X nicht auf eBay verchecken sollte solange sie noch einigermassen etwas wert ist... ich könnte mir dann dafür vielleicht ein neues PC-Nikkor rauslassen oder eine 14/2.8 ... wer weiss, die Zeit wirds zeigen.

 

Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 11. March 2008 )
 
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