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Eisi Eisinger's Tagebuch #3 PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von lXg.   
Saturday, 3. May 2008
Alles oder nichts -

Ok, nachdem ich beim scouten einen Eisvogel beim mehrfachen Baden beobachten durfte und am zweiten Scout-Tag an der gleichen Stelle zumindest gut veräppelt wurde war es an der Zeit Nägel mit Köpfen zu machen - ich mußte wissen ob meine Vermutung richtig war oder ob ich mich getäuscht habe.

Also das volle Programm an den Start: Großes Tarnzelt, die 600/4, dazu die D3 weil an dem Tag kein Licht zu erwarten war, das dicke Stativ mit dem guten Kopf und einem kleinen Hocker - hoffentlich nicht umsonst.

Nach dem Aufbau durfte ich mich ein wenig beruhigen und nach ca. 20 Minuten habe ich dann ein solches Brett kassiert daß ich fast heulend vom Hocker gefallen bin.
Sehr nah vor dem Zelt steht ein hmm, abgebrochener Baum/Bäumchen mit einem kleinen Ast frei im Gelände - genau die Art bei der man auf Fotos immer sicher ist daß er da vom Fotografen hingesetzt wurde. Mit Pfeifgetöse kam das Männchen an, setzte sich auf diesen Ast und war fast zum Greifen nah für mich - mein Herz setzte einige Schläge aus. Vorsichtig bewegte ich mich hinter die Kamera während ich schon den Fokus der Optik auf ganz nah drehte - langsam und leise damit der mich aufmerksam beobachtende Eisvogel ja nicht erschreckt. Hinter dem Sucher angekommen mußte ich das Schlimmste feststellen - der Eisvogel befand sich unterhalb der Naheinstellgrenze der Optik. Panik erklomm den Gipfel meines Kopfes denn der Eisi hat sich bereits auf dem Ast umgedreht und wurde schon nervös. Ich versuchte so leise es im Laub am Boden ging das Stativ vorsichtig zurückzurücken, währenddessen den Finger am Auslöser und das Auge halb schräg am Sucher - natürlich raschelte es, der Eisi wußte was er über das fremde Objekte wissen wollte, spurtete los, ich löste noch aus um wenigstens ein Beweisfoto davon zu haben aber selbst das war zu spät - Starre.

 Ast

Langsam stiegen der Ärger und die Scham in mir hoch, so nah, freigestellt, ordentliches Licht, besser kann man es einem Fotografen nicht auf einem Tablett präsentieren und dann... ja dann war selbiger einfach zu doof, zu dämlich diese Eventualität zu antizipieren, die Kamera so aufzustellen daß so eine Schande ja nicht passieren kann... aber wenn der Vogel weg ist ist er weg. Eine neuere Optik hätte eine geringere Naheinstellgrenze,ok, trotzdem hätte ich das Bild bekommen können wenn ich mich nicht gar so amateurhaft angestellt hätte - na, da hieß es dann einfach mal die nächsten 20 Minuten schön köcheln vor Wut.

Dann jedoch war alles schnell vergessen denn er kam zurück - nicht auf den Ast von davor sondern ca. 11m entfernt in einen Busch.

Eisi1

Dort hatte ich dann die Gelegenheit ein paar Bilder zu machen, leider hatte er auf diesem Ast immer ein paar unscharfe Blätter vor dem Körper. Dem Schnabel nach würde ich sagen daß das das Weibchen war, allerdings ist der Rücken dafür ganz schön bläulich... ich muß die Vögel noch besser kennenlernen.

Dann hatte ich die Gelegenheit meine Schlappe vom Beginn des Ausfluges wieder auszumerzen, ein weiterer Eisvogel kam auf einem Ast in der Nähe, ich vermutete das Männchen. Von dort stürzte er sich zu einem Reinigungs-Splash ins Wasser und flog weiter.

Splash

Auf beeindruckende Art und Weise habe ich auch das nicht hinbekommen, das war reines Glücksfokussieren und ging eben unglücklich daneben... :-(

Das Licht wechselte an diesem Tag sehr oft und meistens mußte ich mit diffusen Szenen Vorlieb nehmen. Die Frequenz in der sich die beiden blicken ließen war recht hoch und gab mir gute Gelegenheit voll auszukosten worauf schon wieder so lange gewartet habe. Neben all dem Genölle wegen verpasster Fotos war es natürlich so daß ich im siebten Himmel war weil ich tatsächlich Glück hatte und mein Gefühl mich nicht enttäuschte bei der Analyse des Scouterlebnisses. 

Pluder

 

Ich hatte auch das Gefühl daß ich die beiden nicht wirklich störte denn die putzten sich munter auf ihren Lieblingsästen, dösten dort und flogen immer mal wieder in die Höhle. Das ist mir zumindest sehr wichtig, ich würde mich sehr grämen wenn wegen meines Wunsches nach schnöden Fotos einer Eisvogelbrut Schaden zukommen würde.


Aus der HoehleAuf dem Weg aus der Höhle.

 Somit war Tag 3 die Erfüllung eines Traumes und die Bestätigung daß sich Sturköpfigkeit auszahlt - das Glück, ausgerechnet am Brutplatz auf den Eisvogel zu stoßen ist sehr groß und ich bin nun viel, viel ruhiger was meine Eisvogelmanie angeht.  Jetzt braucht es nur mal gutes Licht für ein paar richtig schicke Bilder...

Kratz

Letzte Aktualisierung ( Saturday, 3. May 2008 )
 
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